| 5.
Menü in zwei Gängen (Brätbraten nach Grossmutter Stäubli*
Art mit Sellerie und Kartoffelstock, Schokoladenkuchen) *
23.11.1911 - 7.5.2003 von
Hans Maurer, Zürich. Der Brätbraten und der Schokoladenkuchen sind Kindheitserinnerungen.
Da der Braten Kalbfleisch enthält, ist er "politisch nicht ganz korrekt".
Indessen ist Kalbsbrät aus den weniger beliebten Fleischstücken hergestellt,
die üblicherweise in den Würsten landen. Die Herkunft des Bratenrezeptes
ist mir nicht bekannt. Die Anleitung für den Schokoladekuchen stammt aus
dem Jahre 1957 von Frau Wepfer, Lehrerin an der Hauswirtschaftlichen Fortbildungsschule
Zürich. Meine Mutter hat das Rezept um die Kaffeekomponente verfeinert. 1.
Gang: Brätbraten nach Grossmutter Stäubli Art mit Kohlrabi
und Kartoffelstock :Brätbraten
nach Grossmutter Stäubli Art:
- 800 g Kalbsbrät
(Bio)
- 2 grosse Zwiebeln
(Bio)
- 3 grosse Karotten
(Bio)
- 1 grosser Bund
Peterli (Bio)
- 1 Ei (Bio)
- Paniermehl
(Bio)
- Weissmehl oder
Halbweissmehl (Bio)
- Sonnenblumenöl
(Bio)
- Gemüsebouillon
- Salz,
Muskatnuss, Pfeffer
Vorbereitung:
Zwiebeln fein schneiden und davon 2/3 in einem Backgefäss unter das Kalbsbrät
mischen. Peterli mit Wiegemesser fein hacken (in Ermangelung eines Wiegemessers
mit Schere fein schneiden) und zur Brätmischung geben. Rohes Ei, Muskatnuss,
Pfeffer und wenig Salz (Kalbsbrät ist in der Regel schon gesalzen)
zufügen. Mischen. Kann die Mischung zu einem Braten geformt werden, ist sie
fertig. Ist sie jedoch noch zu klebrig, hilft das Zumischen von etwas Mehl. Den
länglich geformten Braten im Paniermehl wenden, bis er damit schön bedeckt
ist. Braten in der Bratpfanne
mit etwas Sonnenblumenöl allseitig anbraten. Braten herausnehmen und zwischenlagern.
In der Bratpfanne 1 EL Mehl braun anbrennen. Dann 3 dl Wasser und etwas Bouillon
zugeben (Vorsicht !). Restlicher 1/3 der Zwiebeln sowie grob gescheibelte Karotten
in den mittlerweile braunen Sud geben. Braten in den Sud legen und 30 - 45 Minuten
bei mittlerer Hitze zugedeckt köcheln lassen. Kartoffelstock:
- 1 kg gelagerte Kartoffeln (Bio)
- ca.
6 dl Milch (Bio), je nach Feuchtigkeitsgehalt der Kartoffeln
- 1
dl Vollrahm (Bio)
- Salz,
Muskatnuss, Pfeffer
Kartoffeln
schälen, in kleine Stücke schneiden und im Salzwasser weich kochen (Dampfkochtopf).
Wasser ableeren, Milch und Rahm zugeben und mit Stössel oder Mixer Kartoffelstock
herstellen. Mit Muskatnuss und Pfeffer, evtl. Salz abschmecken. Vor dem Servieren
einige Butterflocken darunter ziehen und einen Peterlizweig auf das Gericht legen. Kohlrabi:
- 800 g Kohlrabi (Bio)
- 1
Tl Zitronensaft (Bio)
- 1
EL Kirsch (Bio)
- 30 g
Butter (Bio)
- Salz
Kohlrabi
rüsten, in Scheibchen schneiden und in 3 dl leicht gesalzenem Wasser zusammen
mit 1 TL Zitronendsaft in zugedeckter Pfanne "al dente" garen. Ca. 2/3
der Flüssigkeit abgiessen und 1 EL Kirsch darüberträufeln. Butter
in Flocken über Kohlrabi streuen. 2.
Gang: Schokoladenkuchen (Menge reicht für 8 Personen)
- 200 g Cremant Schokolade (schwarz,
vergleichbare Bio-Qualität leider noch nicht verfügbar)
- 4
EL Espressokaffee (Bio oder Max Havelaar), z.B. aus der Kaffeemaschine oder dem
alterwürdigen Aluminium-Espressokocher
- 260
g Butter (Bio)
- 360 g
Weissmehl (Bio)
- 300 g
Zucker
- 6 Eier (Bio)
- Salz
Vorbereitung:
Eier aufschlagen und Eigelb vom Eiklar trennen. Eiklar mit einer Prise Salz zu
Eischnee schlagen. Schokolade
mit Kaffee und Butter in Pfanne geben und schmelzen. Etwas abkühlen lassen.
Eigelb schaumig schlagen und
unter die Schokoladenmasse mischen. Dann
mit einem Sieb eine gute Schicht Mehl über die Schokoladenmasse streuen.
Darauf eine Schicht Eischnee streichen. Schichtungsvorgang wiederholen (im Idealfall
2 Mal). Danach mit Lochkelle die Mehl-Eischneeschichten unter die Schokoladenmasse
ziehen, bis eine gleichmässig braune Mischung vorliegt. Im Backofen bei 180°C
während 30 Minuten backen. Der Kuchen ist fertig gebacken, wenn an einer
eingestochenen und wieder herausgezogenen Stricknadel keine Schokoladenmasse kleben
bleibt. Vor dem Essen abkühlen lassen. |